Gemeinde Salem

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Weildorf

Geschichtliches

Kirche Weildorf
Kirche Weildorf

Weildorf zählt zu den ältesten Dörfern des Linzgaus. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 849, wonach ein Salomon dem Kloster St. Gallen sein Vermögen mit Ausnahme zweier Leibeigener und seiner Besitzungen in Wildorf übertrug. Mehr als 300 Jahre später, im Jahr 1163, wird „villa Wildorf“ als Besitz der Grafen von Heiligenberg urkundlich ausgewiesen. Eine weitere frühe urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1176 und verweist auf das Landgericht „Scatenbuch“ (später „Schattbuch“, heute: Schapbuch): Die Urteile dieses 1431 nach Beuren verlegten Landgerichts wurden noch bis 1776 an der damaligen Richtstätte („Galgen“) vollstreckt. Das bis 1972 geführte Ortswappenbild der ehemals selbständigen Gemeinde Weildorf erinnert daran.

Die urkundliche Erwähnung eines Conrad, plebanus de Wildorf (Pfarrer von Weildorf) im Jahre 1208 weist auch auf die sehr frühe Existenz einer selbständigen Pfarrei in Weildorf hin, wenngleich eine entsprechende Gründungsurkunde nicht bekannt ist.

Bis zur Säkularisation (1803) war die Geschichte Weildorfs eng mit der des Kloster Salem verbunden, wirtschaftlich und politisch. So wurde beispielsweise die Landwirtschaft durch die Salemer Erbhöfe (Weildorf hatte neun jeweils nach Tieren benannte Lehenhöfe) sehr erfolgreich betrieben. Die Weildorfer Bevölkerung wurde aber auch von den Katastrophen und politischen Wirren um Salem heimgesucht. Nach verschiedenen Quellen sind bis zu 75% der Bevölkerung dem Hunger, der Pest und den kriegerischen Handlungen der Schweden und „Kaiserlichen“ im 30jährigen Krieg zum Opfer gefallen.

Auf die Zeit um 1685 bis 1696 geht die heutige Kubatur der Weildorfer Pfarrkirche zurück. Aus der Zeit 1760 bis 1770 stammt das bedeutendste Kunstwerk in der Weildorfer Pfarrkirche, ein geschnitzter Kreuzweg von Joseph Anton Feuchtmayer.

 Mit der Bildung des Großherzogtums Baden (1806) wurde mit dem Organisationsedikt vom 26.11.1809 die damals selbständige Gemeinde Weildorf zusammen mit weiteren 15 Gemeinden in einen ‚standesherrlichen Amtsbezirk‘ mit Sitz in Salem eingegliedert.

Aus der jüngeren Vergangenheit

Weildorf ist heute mit seinen 788 Einwohnern (Stand: 31.07.2014) der fünftgrößte Teilort Salems. Hier befindet sich die Musikschule der Gemeinde Salem, in der rund 500 Schüler aus Salem und der umliegenden Region unterrichtet werden. Für das Kultur- und Vereinsleben im Dorf steht ein attraktives Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung. In den Jahren 2008/2009 wurden mit der Sanierung des Hangenbaches und dem Bau des Regenrückhaltebeckens erhebliche Investitionen für den Hochwasserschutz getätigt. Die anschließende Sanierung der Bachstraße und der Pfarrgasse war ebenfalls eine bedeutende Maßnahme für die Bürger von Weildorf. Mit der denkmalgerechten Sanierung der historischen Kegelbahn und der Anlegung eines Dorfplatzes konnte 2010 ein wunderschöner Dorfmittelpunkt geschaffen werden.